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Du willst Jesus dienen, aber der Alltag frisst dich auf? Wie du mit ihm Ordnung in dein Leben bringst

Merle Ranft8 Min. Lesezeit

Du bist fit, fühlst dich gut und willst losgehen – und zack, wirst du krank, zack, streiten sich deine Kinder, zack, ist irgendeine Herausforderung in deiner Ehe. Wie bringe ich Ordnung in mein Leben, mit Gott? Das fragst du dich spätestens dann, wenn du vor lauter Löschen gar nicht mehr zu dem kommst, was dir für Jesus auf dem Herzen liegt.

Ich möchte dir zeigen, was aus meiner Sicht dahintersteckt, in welche Falle wir dabei leicht tappen und mit welchen fünf praktischen Schritten du aufräumst, was dich noch aufhält.

Du willst Licht und Salz sein – und dann kommt der Alltag

Du willst Jesus verherrlichen. Du willst mit ihm und für ihn leben, an seinem Reich bauen, Licht und Salz sein, Frucht bringen, von ihm gebraucht werden. „Jesus, ich liebe dich. Ich will dir dienen. Ich will dir folgen.“ Das ist ein ganz toller Wunsch.

Aber dann kommt das Leben dazwischen. Es müssen gar keine riesigen Katastrophen sein, manchmal ist es einfach die Menge der kleinen Dinge. In der Ehe streitet man sich immer wieder. Die Finanzen drücken. Gesundheitlich passiert immer und immer wieder etwas. Auf der Arbeit ist viel zu tun. Oder du hast in deinem ganz normalen Alltag ein Grundstresslevel, das gar nicht erlaubt, dass du mal kurz durchatmest und regelmäßig im Gebet mit Jesus bist.

Natürlich musst du dich um all das kümmern, das ist gar nicht die Frage. Nur bricht eben irgendwo immer ein Brand aus, und du musst immer wieder Feuerwehr spielen. Das schluckt Ressourcen. Du konzentrierst dich darauf, Probleme zu lösen, stabil zu werden, gesund zu werden und erst mal klarzukommen. Der Wunsch in deinem Herzen bleibt liegen.

Eine Strategie, die kaum auffällt

Ich halte das für eine der perfidesten Strategien von Team Black. („Team Black“ ist unser Sammelbegriff für alles, was die Bibel den Feind nennt.) Sie besteht darin, dich so sehr in Themen und Herausforderungen zu verwickeln, dass du gar nicht mehr dazu kommst, zur Ruhe zu kommen, vor Jesus zu gehen, ins Gebet zu gehen und deinen Auftrag zu leben. Denn der Auftrag braucht Zeit, Energie und Konstanz. Er braucht dein Herz, er braucht dich voll und ganz. Du liebst Jesus, du willst umsetzen – und wirst im Alltag erstickt.

Dann kommen die Gedanken dazu: Ich bin nicht gut genug. Ich kriege es nicht hin, alle anderen kriegen es irgendwie hin. Vielleicht habe ich nicht richtig gehört. Vielleicht hat Gott gar keinen Auftrag für mich. Daraus wird eine Abwärtsspirale aus Zweifeln, Unsicherheiten und Ängsten. Und wenn du am Ende die Flinte ins Korn wirfst, ist die Strategie aufgegangen. Dann sind wieder ein paar Monate oder ein paar Jahre weg.

Zwei Dinge sind mir dabei wichtig.

Erstens: Chaos und tägliche Herausforderungen sind völlig normal. Wir sitzen da alle in einem Boot. Nur weil Gott uns einen Auftrag gibt, fährt er uns nicht in der Luxuslimousine hindurch. Im Gegenteil, er zeigt uns, wo wir in unserem Leben noch nicht in seiner Ordnung laufen und wo wir hingucken dürfen, damit wir stark genug sind, von ihm gesandt zu werden. Chaos kann ein Ist-Zustand sein. Es soll aber kein Dauerzustand sein.

Zweitens: Nicht jede Herausforderung ist eine Anfechtung. Nicht jeder Streit in der Ehe, nicht jeder Schnupfen, nicht jede finanzielle Sorge kommt von Team Black. Oft genug sind wir selbst die Ursache unserer Herausforderungen, und Team Black nutzt das nur. Das Ergebnis ist allerdings dasselbe, egal wie man es ansieht: Du wirst aufgehalten. Und das ist nicht gut.

Die eigentliche Falle: „So ist das halt“

Die größere Gefahr liegt für mich gar nicht im Chaos selbst, sondern in unserer Antwort darauf. Irgendwann sagen wir: „So ist das halt einfach. So ist das Leben: Das ist anstrengend, es gibt Chaos.“ Ich werde eben immer wieder krank. Ich habe die Finanzen eben nicht im Griff. Die Kinder streiten sich eben ständig. Die Ehe ist eben nicht ganz perfekt, aber wir machen das Beste draus.

Das ist die Falle: nicht mit einem brennenden Herzen zu reagieren, sondern mit einem müden. Sie ist tricky, weil sie so logisch ist. Mit jeder Herausforderung wirst du müder, mit jedem weiteren Chaos, mit jeder weiteren Zweifelschleife im Kopf. Bis du dich fragst, ob du das überhaupt noch machen sollst.

Ich wünsche mir, dass du an dieser Stelle so etwas wie einen heiligen Zorn entwickelst. Dass du sagst: Nee, ich gucke da jetzt nicht noch ein paar Jahre zu. Nur weil ich das schon lange so erlebe und viele Menschen es so erleben, akzeptiere ich es nicht länger. Ich gehe da ran, mit Gott und unter Gott, und bringe seine Ordnung und seine Wahrheit hinein.

Als Oli und ich zum Glauben gekommen sind, haben wir sofort gesagt: Wir wollen keine Zeit mehr verlieren. Wir haben lang genug geschlafen, wir waren lang genug in der Welt. Wir wollen konzentriert die Dinge angehen, die Gott uns zeigt. Und wenn ich mir überlege, wie viele Aufträge im Alltag verschüttgehen: Das passt auf keine Kuhhaut.

Kein Leistungsdruck, sondern Verantwortung

Die nüchterne Erkenntnis lautet: Wenn wir nichts ändern, ändert sich nichts. Wir können traurig sein, dass wir Gottes Auftrag nicht leben. Aber wenn wir an unserem Leben nichts ändern, ist es in einem halben Jahr auch nicht anders.

Ich verstehe den Wunsch, dass Gott eingreift und ein Wunder tut. Meistens will er uns unseren Poppes aber nicht hinterhertragen. Er will genau solche Situationen nutzen, um an unserem Herzen zu arbeiten und uns zu dem Gefäß zu formen, das er gebrauchen will. Wir können lange beten: „Herr, gebrauche mich.“ Er will das ja. Dazu gehört aber, dass wir seine Ordnung in unseren Lebensbereichen umsetzen und in unserem Leben Räume aufmachen. Daran zu arbeiten, ist schon die Zurüstung für den Auftrag.

Damit das nicht kippt: Ich rede hier nicht von weltlichem Leistungsdruck. Du musst dir nicht noch mehr Mühe geben, noch härter arbeiten, noch weniger schlafen und noch härter zu dir sein. Nee, nee. Ich rede von biblischer Verantwortung. Gott ruft, wir antworten. Unsere Treue ist relevant, unsere Demut ist relevant. Wir tun das, was in unserer Macht liegt, und das Ergebnis liegt in Gottes Hand.

Verantwortung heißt, konkret zu werden. Wenn du immer wieder krank bist, arbeitest du nicht verbissen daran, nie wieder krank zu werden, und erwartest von Gott die Garantie dafür. So läuft das nicht. Du prüfst: Wie ernähre ich mich? Wie bewege ich mich? Schlafe ich genug? Wie viel Stress habe ich? Brauche ich vielleicht einen ärztlichen Rat? Was ignoriere ich seit Monaten?

Wie bringe ich Ordnung in mein Leben? Fünf Schritte mit Jesus

1. Benennen

Welcher Lebensbereich bindet gerade unverhältnismäßig viel Aufmerksamkeit? Wo verlierst du immer wieder Zeit, Kraft, Nerven, Fokus und Frieden? Das kann die Gesundheit sein, die Finanzen, die Ehe, die Familie, der Beruf, deine Gewohnheiten, dein Zeitmanagement oder dein geistliches Leben. Sag nicht: „Mein Leben ist immer so chaotisch.“ Benenne den einen Bereich, und wenn es mehrere sind, den stärksten.

2. Prüfen

Gib nicht sofort Attacke, um alles so zu optimieren, wie du es dir gerade denkst. Schau erst gemeinsam mit Jesus hin:

„Herr, ist das der Bereich, wo ich als Erstes ran soll? Willst du mir da was zeigen? Willst du mich da zurüsten und zum Gefäß formen?“

Und wenn du merkst, dass du dich mit etwas schon fast abgefunden hast, dann sag ihm genau das:

„Herr, mir fällt das auf, das ist nicht optimal, und das Schlimmste ist: Es hält mich auf, dir zu folgen. Hilf mir, was soll ich tun? Wo soll ich hingucken? Was muss ich lernen? Wie soll ich handeln?“

3. Konkretisieren

Nimm dir nicht vor, gesünder zu leben, deine Finanzen zu ordnen oder eine bessere Ehe zu führen. Frag dich: Was müsste sich jetzt konkret verändern? Also nicht „Ich möchte fitter werden“, sondern: Ich gehe jeden Montag, Mittwoch und Freitag 30 Minuten trainieren. Das ist der Punkt, an dem die meisten aussteigen.

4. Entscheiden

Die Frage ist nicht, was du irgendwann mal tun könntest. Die Frage ist: Was tust du jetzt? Was ist das Erste, wann machst du es, was brauchst du dafür und was musst du dafür organisieren? Dann gehst du in die Umsetzung.

5. Trainieren

Dieser Schritt wird häufig vergessen. Die Wunschvorstellung ist: Ich kenne das Thema, ich weiß, was zu tun ist, und dann ist der Drops gelutscht. Meistens brauchen wir aber eine längere Phase des Trainierens. Etwas erkannt und eine Entscheidung getroffen zu haben, ist super. Wie du dranbleibst und wie du wieder reinkommst, wenn du in alte Muster zurückfällst, das muss trainiert werden.

Was dich aufhält, ist vielleicht Jesu Einladung

Vielleicht ist das, was dich gerade noch aufhält, nicht einfach ein lästiges Problem. Vielleicht ist es genau die Stelle, an der Jesus dich einlädt: Geh da ran. Denn wenn du nicht rangehst, ist es in zwei Jahren immer noch da.

Ich glaube, er könnte es für dich lösen. Aber er will, dass du da durchgehst, weil du in diesem Prozess viel lernst und viel loslässt. Dein Herz wird gereinigt, du wirst standhafter, du stehst fester in seinem Wort und wirst feuriger im Gebet.

Bleib also nicht in diesem Chaos stecken. Nimm es ernst, räum auf und geh es an, damit du sagen kannst: Ich will das nicht mehr tolerieren. Ich will aufräumen, und ich will Gottes Auftrag leben.

Das alles habe ich in unserem Live „Räum auf, was dich noch aufhält!“ viel ausführlicher durchgesprochen – auch die Stellen, an denen die meisten bei diesen fünf Schritten wieder aussteigen, und alle fünf Schritte einmal an einem Beispiel. Du findest es in „DIVINE Connect – Die Gruppe“. Komm gern dazu, schau es dir in Ruhe an und geh den ersten Schritt nicht allein.

Häufige Fragen

Ist jedes Problem in meinem Alltag ein Angriff des Feindes?

Nein. Nicht jeder Streit, nicht jeder Schnupfen und nicht jede finanzielle Sorge ist eine Anfechtung. Oft genug verursachen wir unsere Herausforderungen selbst. Der Feind nutzt sie aber gern, um dich in Zweifel und Müdigkeit zu ziehen.

Muss ich erst mein ganzes Leben in Ordnung bringen, bevor Gott mich gebrauchen kann?

Chaos und tägliche Herausforderungen sind normal, sie sollen nur kein Dauerzustand bleiben. Gott zeigt dir, wo du noch nicht in seiner Ordnung läufst. Wenn du dort rangehst, ist das schon die Zurüstung für deinen Auftrag.

Womit fange ich an, wenn überall Chaos ist?

Mit einem einzigen Lebensbereich: dem, der gerade unverhältnismäßig viel Aufmerksamkeit bindet. Benenne ihn konkret und prüf dann mit Jesus, ob das der Bereich ist, an den du als Erstes ran sollst.

Du kennst Jesus – und möchtest ihm wirklich nachfolgen?

Dann komm zu uns in „DIVINE Connect – Die Gruppe“. Dort begleiten wir dich mit biblischen Impulsen, praktischer Zurüstung und ehrlichen Fragen, die deinen Glauben vom Wissen ins Leben bringen – gemeinsam mit Menschen, die ebenfalls konsequent mit Jesus wachsen wollen.

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