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Keine passende Gemeinde gefunden? Wie du christliche Gemeinschaft selbst aufbaust

Merle Ranft9 Min. Lesezeit

Es gibt ganz, ganz viele Menschen, die Jesus lieben, ihm nachfolgen wollen und sich danach sehnen, das nicht allein zu tun – und die trotzdem keine Gemeinde finden, in der sie wirklich andocken können. Wenn du dazugehörst und dich fragst, wie du christliche Gemeinschaft aufbauen kannst, statt weiter vergeblich zu suchen, dann ist dieser Artikel für dich.

Oli und ich sehen das in den Rückmeldungen, die uns erreichen, immer wieder. Das ist kein Randphänomen, das ist flächendeckend. Menschen stoßen an, kommen nicht richtig rein, werden einfach nicht fündig. Und viele ziehen irgendwann den Schluss: Okay, ich bin raus. Das Thema ist für mich gegessen. Ich habe meinen Jesus, damit bin ich glücklich, und gut ist.

Zwei Sackgassen: aussteigen oder sich verbiegen

Dass du Jesus hast, ist wunderbar. Das will dir niemand nehmen. Aber es ist schade, wenn wir da stehen bleiben und sagen: Ich habe keine Gemeinschaft gefunden, also gehe ich raus.

Genauso blöd ist die andere Richtung: sich auf Biegen und Brechen in eine Gemeinde einzufügen, in der du die ganze Zeit merkst, dass es knirscht. Irgendwas ist nicht authentisch. Du fühlst dich nicht gesehen. Keiner spricht so richtig miteinander. Vielleicht entspricht auch das, was gepredigt wird, gar nicht wirklich der biblischen Grundlage. Und du bleibst trotzdem, weil du unbedingt Gemeinschaft haben willst, komme was wolle, und machst überall und andauernd Kompromisse.

Beide Varianten sind verständlich. Ich will dich trotzdem ermutigen, weder auszusteigen noch dich zu verbiegen. Denn es gibt eine dritte Möglichkeit: selbst aktiv zu werden und einen Raum zu schaffen, der christliche Gemeinschaft wirklich ermöglicht und auf biblischen Prinzipien basiert.

Dein Störgefühl darf da sein

Bevor wir praktisch werden, will ich das Problem ernst nehmen. Es gibt eine Unmenge von Menschen, die nicht in Gemeinde oder Kirche hineinfinden, die dort nicht andocken und nicht gesehen werden. Und sie haben das Recht zu sagen: Hallo, hier stimmt irgendwas nicht.

Wenn du ein Störgefühl hast in einer Kirche oder einer Gemeinde, ist das in Ordnung. Du bist damit nicht allein. Die Frage ist nur: Was machst du damit? Nicht rebellieren, nicht stummschalten. Und auch nicht sagen: Ist halt so, ich gebe mich irgendwie zufrieden. Sondern aktiv hinschauen:

  • Hat mein Störgefühl etwas mit mir zu tun? Darf ich an meinem Herzen arbeiten, vielleicht einen rebellischen Geist mit Jesus reflektieren?
  • Oder ist da etwas, das nicht gut ist, das nicht biblisch ist?
  • Oder ist es schlicht für mich nicht passend? Für jemand anderen ist es super, für mich aber nicht. Auch das ist völlig legitim.

Und bitte lass dir dieses Störgefühl nicht mit einem Satz wegwischen, den du bestimmt schon gehört hast: „Eine perfekte Gemeinde wird es nie geben.“ Das ist wie ein K.-o.-Argument, nach dem du keine Kritik mehr äußern darfst. Doch, natürlich dürfen wir Kritik äußern. Wir suchen ja gar keine perfekte Gemeinde. Wir suchen eine Gemeinschaft, in der man aufblühen kann, in der man gesehen wird, in der man auf der Bibel als Basis leben kann, in der alle gemeinsam auf Jesus schauen. Eine Gemeinschaft, in der du merkst: Hier werden Menschen und ihre Leben zum Guten verändert. Hier weht Gottes Heiliger Geist.

Woran du so eine Gemeinde erkennst, habe ich im Artikel Woran erkenne ich eine gesunde Gemeinde? ausführlich beschrieben. Hier geht es um den Schritt danach: Was tust du, wenn du so einen Ort noch nicht gefunden hast?

Gemeindetyp oder Gemeinschaftstyp?

Als Oli und ich Jesus gefunden haben, hatten wir ein brennendes Bedürfnis nach Gemeinschaft. Das ist normal, das legt Gott uns ins Herz. Wir haben ganz viele Christen kennengelernt, viele Gemeinden und Strömungen, und wir haben gute Erfahrungen gemacht, aber auch herausfordernde. Irgendwann haben wir gemerkt: An vielen Ecken können wir nicht so richtig andocken.

Und dann wurde uns klar, ein bisschen plakativ gesagt: Wir sind nicht so die Gemeindetypen, aber voll die Gemeinschaftstypen.

Die christliche Bubble basiert überwiegend auf einer bestimmten Gemeindestruktur. Es gibt eine ganz klassische Vorstellung davon, wie Gemeinde organisatorisch auszusehen hat. Und alles, was da herausfällt, läuft Gefahr, als nicht biblisch zu gelten. Aber es gibt auch andere Formen, wie man Jesus im Zentrum halten und biblisch Gemeinschaft leben kann. Etablierte Gemeindestrukturen müssen nicht schlecht sein. Sie sind nur nicht für alle genau das Richtige. Wir dürfen da „out of the box“ denken. Nicht weg von biblischen Prinzipien, sondern weg von der Vorstellung, dass Gemeinschaft nur in einer bestimmten Organisationsform stattfinden kann.

Wie hat die erste Gemeinde gelebt?

Apostelgeschichte 2,42: „Sie hielten beharrlich an der Lehre der Apostel fest, an der geschwisterlichen Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den gemeinsamen Gebeten.“

Genau das haben wir uns auch gewünscht. Und es fing ganz bescheiden und unscheinbar an. In unserem direkten Umfeld haben wir kleine Kreise gebildet, man spricht ja auch von Zweier- oder Dreierschaften. Mit diesen Menschen haben wir angefangen, wirklich Gemeinschaft zu leben: Wir haben uns gegenseitig unterstützt, sind gemeinsam ins Wort und gemeinsam ins Gebet gegangen.

Das war offline. Online haben wir DIVINE Connect gestartet, einen digitalen Raum für alle, die mit der Gemeindelandschaft nicht viel anfangen können und trotzdem Jesus nachfolgen wollen – in Gemeinschaft. Nicht „happy, klappy“, sondern biblisch fundiert. Wir haben angefangen, Menschen zusammenzubringen, und da sind so viele Dominoeffekte passiert: Freundschaften sind entstanden, Hauskreise, Gebetskreise. Ich bin echt gespannt, was Gott da noch an Frucht herausbringt.

Vielleicht inspiriert dich unser Weg, nicht zu sagen: Gemeinde, Kirche, alles blöd, ich steige aus. Sondern: Ich habe den richtigen Raum noch nicht gefunden, also lass uns etwas gestalten. Und falls du dich fragst, ob mit dir etwas nicht stimmt, weil du mit Gemeinde nicht funktionierst: Nein. Es gibt viele gute Gemeinden, und für manche ist eine Gemeinde sowas von toll. Wenn du dort nicht zurechtkommst, ist das legitim. Du darfst einen anderen Raum suchen und mitgestalten, in dem du dich mit deinen Gaben, deinen Talenten und deiner Persönlichkeit einbringen kannst.

Wie kann ich christliche Gemeinschaft aufbauen? Drei Schritte

1. Werde konkret

Wir sagen so oft: Ich hätte so gerne Gemeinschaft, ich suche schon so lange. Aber welche Gemeinschaft suchst du eigentlich? Was wünschst du dir? Was hast du vermisst? Das gibt dir Orientierung, wonach du dich ausstrecken, wonach du fragen und wo du dich umhören kannst.

Möchtest du tiefer ins Wort einsteigen und suchst eine Bibellesegruppe? Möchtest du mehr beten? Brauchst du einen Raum für seelsorgerliche Themen, in dem dir geholfen wird und du dich selbst einbringen kannst? Willst du evangelisieren, raus auf die Straße und von Jesus erzählen? Werde dir klar darüber, was in deinem Herzen ist und welche Gaben und Talente Gott in dich gelegt hat. Denn wir suchen Gemeinschaft dort, wo wir genährt und unterstützt werden in der Aufgabe, die wir in Gottes Reich haben.

Genau so ist DIVINE Connect gewachsen. Wir haben uns gefragt: Was wäre uns für eine christliche Gemeinschaft wichtig? Und Schritt für Schritt sind eine Bibellesegruppe, ein Gebetskreis, erste regionale Gruppen und Gruppen mit thematischen Schwerpunkten entstanden, etwa zu Seelsorge, Erziehung und Familie oder zum Wachsen in der Identität. Je klarer du bist, was du suchst, desto klarer kannst du danach fragen.

2. Mach den ersten Schritt

Häufig wartet man. Auf die perfekte Gemeinde. Oder man ist nach Verletzungen vorsichtig geworden. Das ist alles verständlich, egal wie dein Weg war und was du im Gemeindekontext schon erlebt hast. Trotzdem die große Ermutigung: Bleib mit einem offenen Herzen dabei und mach den ersten Schritt. Die Bibel ermutigt uns ausdrücklich, Gemeinschaft nicht aufzugeben:

Hebräer 10,24–25: „Und lasst uns aufeinander achten und uns gegenseitig zur Liebe und zu guten Taten anspornen. Deshalb ist es wichtig, unsere Zusammenkünfte nicht zu versäumen, wie es sich einige angewöhnt haben. Wir müssen uns doch gegenseitig ermutigen, und das umso mehr, je näher ihr den Tag heranrücken seht, an dem der Herr kommt.“

Zeig dich. So wie Menschen, die zu DIVINE Connect kommen und sich einfach vorstellen: Hallo, ich habe mitunter blöde Erfahrungen mit Gemeinde gemacht, und ich hoffe, hier ein paar Leute kennenzulernen und in Gemeinschaft Jesus nachzufolgen. Und dann geht es los. Sag, wo du wohnst, und frag: Gibt es hier eine Schwester, einen Bruder? Wer trifft sich mit mir zum Gebet oder zum Bibellesen? Warte nicht ab, sondern werde aktiv.

Fürs Protokoll, wie immer: im Gebet ummantelt. Prüf mit Gott, wo du aktiv werden kannst, wen du ansprechen kannst, wo du hingehen kannst. Und dann geh. Gott lenkt die Wege, während wir sie gehen:

Sprüche 16,9: „Das Herz des Menschen plant seinen Weg, / aber Jahwe lenkt seinen Schritt.“

3. Gestalte mit, auch wenn es noch nicht perfekt ist

Ob du schon eine Gemeinschaft hast oder nicht: Fühl dich frei und ermutigt, sie mitzugestalten, auch wenn die Dinge noch nicht perfekt sind.

Bei DIVINE Connect hatten wir nicht von Anfang an eine Bibelgruppe. Wir haben aber immer gesagt: Leute, ihr müsst eure Bibel kennen. Lest die Bibel! Und dann kam immer öfter: Ich würde so gerne, aber ich kann nicht dranbleiben. Können wir hier nicht eine Gruppe starten? Alles klar, dann haben wir eine Gruppe gestartet. So ist auch unsere Gebetsgruppe entstanden, so sind die ersten regionalen Gruppen entstanden.

Denn Gott hat in jeden von uns Gaben gelegt:

1. Petrus 4,10: „Gott hat jedem von euch Gaben geschenkt, mit denen ihr einander dienen könnt. Tut das als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes!“

Das heißt: Du zählst. Deine Stimme und deine Ideen sind super wertvoll, bring sie ein. Lass dich von blöden Erfahrungen nicht unterkriegen und bleib in der Hoffnung, dass Gott vorgesehen hat, dass wir in Gemeinschaft leben, und dass es einen guten Ort für dich gibt.

Kein eigenes Süppchen: Jesus bleibt das Fundament

Es ist okay, wenn du nicht der Gemeindetyp bist. Es ist okay, wenn du wie Oli und ich der Gemeinschaftstyp bist. Gemeinschaft darf in einer Zweierschaft stattfinden, in einem kleinen Hauskreis, in digitalen Treffen. Es muss nicht immer die klassische Gemeindestruktur sein.

Aber: Eigeninitiative bedeutet nicht, dass wir unser eigenes Süppchen kochen oder Narrenfreiheit haben. Nee, nee. Der Kern bleibt Jesus und Gottes Wort. Darauf stellen wir uns, danach handeln wir, und wir lassen uns vom Heiligen Geist führen und korrigieren.

1. Korinther 3,11: „Niemand kann ein anderes Fundament legen, außer dem, das längst gelegt ist, Jesus Christus.“

Wenn du selbst etwas startest, bewahre das. Und wenn du in etwas Kleineres hineinkommst, prüfe es. Missbräuchliches Verhalten ist nie gut, ob in einem kleinen Hauskreis oder in einer Gemeinde. Da musst du raus. Es ist dein Recht, dich von solchen Situationen und Strukturen abzugrenzen. Die Bibel ist die Basis, unverhandelbar.

Gemeinschaft so zu leben, stellt Gemeinde nicht infrage. Es öffnet einen Raum für ein Bedürfnis von so vielen Menschen, die christliche Gemeinschaft suchen und bisher in der Gemeinde- und Kirchenlandschaft nicht fündig geworden sind.

Lass uns gemeinsam Gemeinschaft bauen

Du musst nicht gleich eine Gemeinde gründen. Aber werde aktiv. Fang klein an, im Gebet, mit Jesus im Zentrum, und geh Schritt für Schritt voran. Wer weiß, was Gott daraus macht.

Wenn du dafür Menschen suchst, schau gern bei DIVINE Connect vorbei, unserer Jesus-zentrierten Gemeinschaft für geistliches Wachstum und Nachfolge. Die Mitgliedschaft ist kostenfrei, du bist zu nichts verpflichtet. Komm dazu, schau dich um, vielleicht findest du dort auch jemanden aus deiner Region. Und vielleicht ist das einfach der nächste gute Schritt.

Lasst uns gemeinsam biblisch fundierte, lebendige christliche Gemeinschaft bauen und gemeinsam Jesus nachfolgen.

Dieses Thema gibt es auch als Video: auf YouTube ansehen

Häufige Fragen

Ist es in Ordnung, wenn ich mich in meiner Gemeinde nicht wohlfühle?

Ja, ein Störgefühl darf da sein. Wichtig ist, ihm ehrlich nachzugehen: Hat es mit deinem eigenen Herzen zu tun, ist dort etwas nicht biblisch, oder passt diese Form einfach nicht zu dir? Rebellieren hilft so wenig wie Stummschalten.

Kann ich christliche Gemeinschaft auch außerhalb einer klassischen Gemeinde leben?

Ja. Gemeinschaft auf biblischen Prinzipien kann auch in Zweier- oder Dreierschaften, in kleinen Hauskreisen oder in digitalen Treffen gelebt werden. Unverhandelbar bleibt die Basis: Jesus und Gottes Wort.

Wie fange ich an, christliche Gemeinschaft aufzubauen?

Werde konkret, was du suchst, mach den ersten Schritt und zeig dich, statt abzuwarten, und gestalte mit, auch wenn noch nicht alles perfekt ist. Fang klein an, im Gebet, und lass Jesus und die Bibel das Fundament sein.

Du kennst Jesus – und möchtest ihm wirklich nachfolgen?

Dann komm zu uns in „DIVINE Connect – Die Gruppe“. Dort begleiten wir dich mit biblischen Impulsen, praktischer Zurüstung und ehrlichen Fragen, die deinen Glauben vom Wissen ins Leben bringen – gemeinsam mit Menschen, die ebenfalls konsequent mit Jesus wachsen wollen.

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