Große Ziele als Christ – unfromm oder Auftrag?
Große Ziele sind nicht unfromm. Wenn du dich fragst, ob du als Christ große Ziele haben darfst, dann ist meine klare Antwort: Ja – und ich glaube sogar, es wäre fatal, wenn wir Christen damit aufhören.
Stell dir vor, ab morgen wären alle Christen frei und mutig genug, sich wirklich große Ziele zu setzen. Ich bin überzeugt, die Welt würde anders ausschauen. Das ist etwas, das wir als Christen lernen dürfen: uns von einer gewissen Limitierung freizumachen.
Warum große Ziele unter Christen oft verdächtig wirken
Ich habe mich selbst gefragt, woher das kommt. Als ich zum Glauben gekommen bin, war ich an mehreren Stellen ziemlich irritiert. Ich kam als Unternehmerin, ich wollte mein Leben Jesus geben und seine Ziele umsetzen. Natürlich war ich bereit, dafür auch große Ziele ins Visier zu nehmen, zu planen, Frucht zu bringen.
Und statt dass ich darin unterstützt wurde, im Gebet oder ganz praktisch, habe ich oft einen Satz gehört: „Bist du dir sicher, dass diese Ziele wirklich so gut sind?“
Große Ziele gelten unter Christen häufig – nicht immer, aber häufig – nicht wirklich als fromm. Eher als egoistisch, weltlich, da ist bestimmt irgendwie ein Geschmäckle dran. Man sollte lieber kleine Brötchen backen, lieber fromm sein, lieber demütig, lieber vorsichtig mit dem, was man in der Welt tut.
Da vermischt sich einiges. Natürlich sollen wir fromm und demütig sein. Aber das bedeutet nicht, dass wir handlungsunfähig werden und aufhören, mit Gott und für Gott in die Welt zu gehen und Dinge umzusetzen.
Ein großes Ziel muss dabei gar nicht spektakulär sein. Es kann sein, dass Jesus dich in die Mission ruft oder dass du Schulen aufbauen sollst – das ist eine große Vision. Es kann aber genauso sein, dass Gott dir aufs Herz legt, in deiner Gemeinde oder in deiner Familie einen Unterschied zu machen. Davon bekommt vielleicht nicht die ganze Welt etwas mit. Aber die Aufgabe an sich ist groß und wertvoll, und sie verdient, dass du sie ernst nimmst, klar definierst und umsetzt.
Darf ich als Christ große Ziele haben? Nicht die Größe entscheidet
Hier liegt für mich der Kern: Es geht nicht darum, ob ein Ziel groß oder klein ist, sondern woher dieses Ziel kommt.
Kommt es von oben, von Gott? Oder kommt es aus deinem Fleisch, aus einem eigenen Wunsch, den du nie mit Jesus geprüft hast?
Wenn ein Ziel von Gott kommt, dann go for it. Dann ist egal, wie groß oder klein es ist oder wie wichtig es im weltlichen Kontext erscheint – dann heißt es umsetzen. Lass dich in dem Fall nicht von religiösen Gedanken kleinreden, dass es nicht gut sei, Ziele oder gar große Ziele zu haben.
Wie du prüfst, woher dein Ziel kommt
Wenn du dich fragst, ob ein Ziel eher aus dir selbst kommt, dann nimm genau das mit ins Gebet. Geh damit zu Jesus. Und prüf es an Gottes Wort: Ist dieses Ziel von meinem Ego getrieben, von meinen eigenen Wünschen, also im Grunde weltlich inspiriert? Oder kommt es wirklich von Gott?
Das Gebet, um das es dabei geht, steht mitten im Vaterunser:
Matthäus 6,10: „Deine Herrschaft komme! Dein Wille geschehe auf der Erde so wie im Himmel!“
Darum geht es: dass sein Wille geschieht. Dass wir seine Bälle aufnehmen und sie dann umsetzen.
Das Handwerk lernen – mit Gott, für Gott, durch Gott
Wenn wir schon am Anfang durch eine fromme Barriere unsere Ziele klein halten oder uns gar nicht erst damit beschäftigen, wie sollen wir dann jemals das Handwerk lernen, wirklich etwas zu bauen?
Im Unternehmertum ist das ganz praktisch: Du kannst kein Unternehmer sein, wenn du das Handwerk nicht gelernt hast. Genauso wenig als Bauer oder als Handwerker – ohne das Handwerk erzielst du keine Ergebnisse. Und so können wir auch als Christen keine Ziele erreichen, wenn wir uns nicht damit auseinandersetzen, wie man Ziele setzt und umsetzt. Und zwar mit Gott, für Gott und durch Gott.
Wie das im Business konkret aussehen kann, haben Oli und ich in einem eigenen Artikel beschrieben: Ziele setzen und erreichen – mit Gott als CEO.
Wenn du also irgendwo hörst: „Darf ich als Christ überhaupt noch Ziele setzen? Muss ich damit aufhören, wenn ich zum Glauben komme?“ – dann ganz, ganz fett: Nein, stopp! Auf gar keinen Fall. Deine Ambitionen, dein Know-how in Zielgestaltung und Umsetzung darfst du weiter einbringen. Das Einzige, was wichtig ist: fragen, woher das Ziel kommt.
Und was ist mit meinen eigenen Wünschen?
Das bedeutet andersherum nicht, dass Jesus uns alles verbietet, was unserem Herzen irgendwie guttun könnte. Nein. Gott ist unser liebender Vater. Wir dürfen mit unseren Wünschen zu ihm kommen und uns mit ihm darüber austauschen. Und es gibt ganz viele Situationen, in denen Gott uns diese Dinge mit viel Liebe und großer Freude schenkt – oder uns hilft, sie umzusetzen.
Matthäus 7,9–11: „Würde jemand unter euch denn seinem Kind einen Stein geben, wenn es ihn um ein Stück Brot bittet? Würde er ihm denn eine Schlange geben, wenn es ihn um einen Fisch bittet? So schlecht wie ihr seid, wisst ihr doch, was gute Gaben für eure Kinder sind, und gebt sie ihnen auch. Wie viel mehr wird der Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn darum bitten.“
Also bitte nicht so fromm schwarz-weiß denken: „Es muss nur von Gott kommen, und du darfst keine eigenen Wünsche haben.“ Natürlich darfst du eigene Wünsche haben. Wichtig ist, von wo der Impuls kommt und ob du ihn mit Jesus geklärt hast.
Was du an Stärken mitbringst
Vielleicht bist du es aus der Spiritualität, der Persönlichkeitsentwicklung oder dem New Age gewohnt, Ziele zu setzen – große Ziele – und die Dinge selbst anzupacken. Du hast Talente und Stärken entwickelt, du hast einen Charakter geformt, der Ziele umsetzen kann.
Bitte verwirf diese Talente nicht. Lass sie läutern, lass sie reinigen, lass sie neu ausrichten auf Jesus. Bring ihm deine Wünsche, kläre sie mit ihm, geh in Beziehung mit ihm – und setz dann Schritt für Schritt um, was er dir aufs Herz legt.
Lass dich nicht von frommen Gedanken limitieren. Aber lass dich von Jesus veredeln – damit all deine Kompetenz, all deine Kraft und all deine Ambitionen auf ihn ausgerichtet sind, ihm dienen und dazu beitragen, dass sein Wille geschieht.
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Häufige Fragen
Ist Ehrgeiz für Christen Sünde?
Nicht an sich. Entscheidend ist, woher ein Ziel kommt: ob Gott es dir aufs Herz gelegt hat oder ob es ein eigener Wunsch ist, den du nicht mit Jesus geprüft hast. Wenn ein Ziel von Gott kommt, darfst du es mit ganzer Kraft umsetzen – egal wie groß es ist.
Darf ich als Christ eigene Wünsche haben?
Ja. Gott ist ein liebender Vater, mit dem du über deine Wünsche reden darfst. Wichtig ist, von wo der Impuls kommt und ob du ihn mit Jesus geklärt hast.
Was mache ich mit meinen Fähigkeiten aus der Persönlichkeitsentwicklung?
Nicht wegwerfen. Wer Ziele setzen und umsetzen gelernt hat, bringt echte Stärken mit. Sie dürfen geläutert und neu auf Jesus ausgerichtet werden, damit sie seinem Willen dienen.
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