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Darf ich als Christ mehr Geld wollen – oder ist der Wunsch schon ungeistlich?

Merle Ranft6 Min. Lesezeit

„Wer sich als Christ mit Geld beschäftigt, ist schon auf Abwegen.“ So ähnlich haben wir es selbst zu hören bekommen – und genau das steckt hinter der Frage: Darf ich als Christ mehr Geld wollen, oder ist der Wunsch an sich schon geizig, ungeistlich, materialistisch?

Ich sag’s dir direkt vorab: Manchmal verstehe ich gar nicht, warum wir unter Christen darüber diskutieren. Das Geldthema hat ein unglaublich explosives Potenzial. Sofort kreist der Hammer, sofort kommt die Klassifizierung: Nein, ein Christ darf nicht mehr Geld haben. Ich persönlich finde das hoch problematisch.

Warum ausgerechnet beim Geld ein Geschmäckle entsteht

Vergleich es mit anderen Lebensbereichen. Wenn ich dir sage: Ich möchte in meiner Ehe wachsen. Oder in meiner Gesundheit, im Sport, in meinem Beruf, ich möchte mich weiterbilden – dann würdest du nicht sagen: Hä? Ist das christlich? Dürfen wir das? Du würdest sagen: Cool, mega spannend.

Das liegt daran, dass Wachstum in uns Menschen hineingelegt ist. Die Bibel ruft uns sogar auf, Jesus ähnlicher zu werden – und da hat jeder von uns ganz schön viel Luft nach oben. Wachstum ist ein natürliches Prinzip, und auf keinem Lebensfeld wird es als negativ gesehen.

Nur beim Geld ist das auf einmal anders. Da kommt ein Geschmäckle rein. Wer beim Thema Geld wachsen möchte, ist verdächtig.

Wo Wachstum eine Grenze hat

Natürlich ist grenzenloses Wachstum nie gut. Wenn jemand eine Obsession entwickelt – auch bei Gesundheit oder Sport – und nichts mehr wichtig ist außer Fitness und Körper, dann sitzt das auf dem Thron. Dann wird es zum Götzen. Völlig klar: Jede Ambition hat eine Grenze.

Aber das natürliche Wachstum hat überhaupt kein Geschmäckle. Erst recht nicht, wenn Geld in deinem Leben ein heißes Eisen ist: Es ist immer knapp, du weißt nicht, wie du ein guter Verwalter sein kannst, du hast das Thema einfach noch nicht verstanden. Dann ist es dein gutes Recht – und sogar deine Pflicht –, dich damit zu beschäftigen und darin zu wachsen, um Gottes Ordnung hineinzubringen.

Und wie viel ist erlaubt? Gibt es eine Summe X, bis zu der Christen gehen dürfen und bloß nicht darüber? Wir haben alle unterschiedliche Aufträge von Gott. Manche sollen riesige Dinge aufbauen – Unternehmen, Dienste, Schulen im Ausland. Dafür brauchst du mehr als 3,50 Euro. Und dann musst du auch lernen, mit viel Geld umzugehen, mit einem reinen Herzen. Die Frage, ob Christen reich sein dürfen, haben wir auf DIVINE Business ausführlich beantwortet: Dürfen Christen reich sein?

Was uns in der christlichen Bubble begegnet ist

Als wir zum Glauben kamen, hatten wir aus unserem vorherigen Unternehmertum ein ziemlich freies Verhältnis zu Geld. Wir haben offen darüber gesprochen – und schnell gemerkt, dass das in der christlichen Bubble nicht selbstverständlich ist.

Wir durften uns teilweise anhören, es sei verdächtig, sich als Christ mit Geld zu beschäftigen. Oder noch einen Ticken härter: dass man direkt des Teufels ist, wenn man das tut. Da haben wir gedacht: Sehr interessant. Eine krasse Abwehr, weil Geld als gefährlich, schlecht und teuflisch abgestempelt wird.

Das Problem: Wenn du dir die Lebensrealität von vielen Christen anschaust, ist Geld häufig eine echte Herausforderung. Und wer Gottes Ordnung in sein Leben bringen will, muss sich das Thema Geld anschauen und es in Ordnung bringen.

Die Bibel ruft uns auf, gute Verwalter zu sein. Ein ganz schönes Beispiel ist das Gleichnis von den anvertrauten Talenten: Gott will uns Verantwortung und Ressourcen übergeben – auch Finanzen –, damit wir gut damit umgehen, sie verwalten und vermehren. Wieder Wachstum. Und daran ist nichts Anrüchiges, sondern Segen.

Wenn wir uns als Christen nicht mit Geld beschäftigen, bleiben wir in diesem Bereich wie Analphabeten. Wir werden nicht fruchtbar, nicht solide. Das ist eigentlich tragisch.

Geld ist ein Werkzeug – das Problem heißt Geldliebe

Wir dürfen nicht sofort sagen: Geld, Problem, Rollladen runter, wir reden nicht mehr darüber. Wir müssen prüfen, was die Bibel sagt. Und die Bibel sagt nirgends, dass Geld grundsätzlich schlecht ist. Geld ist ein Werkzeug. Was sie ganz klar sagt, ist das:

1. Timotheus 6,10: „Denn die Liebe zum Geld ist eine Wurzel für alles Böse. Manche sind ihr so verfallen, dass sie vom Glauben abgeirrt sind und sich selbst die schlimmsten Qualen bereitet haben.“

Die Liebe zum Geld ist das Problem. Sich mit Geld zu beschäftigen, ist dagegen deine Aufgabe, wenn du dein Leben gut leben, für deine Familie sorgen, großzügig geben und etwas aufbauen willst.

Die entscheidende Frage ist, wann der Wunsch nach mehr kippt. Und das hat immer mit deinem Herzen zu tun. Warum willst du Geld? Aus Sicherheit? Aus Prestige? Aus Sehnsucht nach Luxus? Wenn Geld zu deiner Sicherheit wird und du Jesus nicht mehr brauchst, wenn Luxus das Wichtigste im Leben wird – dann schiebt das Geld Jesus vom Thron.

Matthäus 6,24: „Niemand kann zwei Herren gleichzeitig dienen. Entweder wird er den einen bevorzugen und den anderen vernachlässigen oder dem einen treu sein und den anderen hintergehen. Ihr könnt nicht Gott und dem Mammon gleichzeitig dienen.“

Du musst dich entscheiden. Konzentrier dich voll auf den Herrn – und das Geld bleibt, was es ist: ein Werkzeug. Die Bibel hat kein Problem mit Geld. Sie scheint auch kein Problem mit viel Geld zu haben. Sie zeigt auf das Problem der Geldliebe.

Deine Motive kannst du mit Jesus klären. Im Gebet: „Herr, schau in mein Herz. Du kennst mich, du kennst mein Herz. Sag mir bitte, ob da noch etwas ist, das veredelt, geheiligt oder gereinigt werden darf.“ So räumst du Schritt für Schritt im Herzen auf und wirst zu einem starken Gefäß, das Gott gebrauchen kann – auch finanziell.

Drei Schritte zu einem gesunden Umgang mit Geld

Erstens: Prüf deine Motive

Leichter gesagt als getan, ich weiß. Aber frag dich: Wenn ich mehr Geld haben möchte – was will ich eigentlich? Was ist in meinem Herzen? Wenn du da ehrlich mit Jesus hinschaust, bist du oft schon auf einem sehr guten Weg.

Zweitens: Lass dich nicht kirre machen

Lass dich nicht von religiösen Aussagen klein halten, verwirren oder verunsichern. Wenn jemand sagt „Du bist des Teufels“, sobald du als Christ über Geld sprichst, dürfen die Alarmglocken angehen. Diese Aussage ist nicht biblisch – null. Dahinter steckt ein religiöser Geist. Sei freimütig, grenz dich ab und halt dich an Jesus und an Gottes Wort.

Dafür musst du die Bibel kennen. Wir sagen es immer und immer wieder: Daran führt kein Weg vorbei. Sonst können dir ganz viele Leute ganz viel komisches Zeug erzählen und dir beim Thema Geld Angst machen.

Drittens: Steig praktisch in gute Verwalterschaft ein

Theoretisch weißt du, dass du gut verwalten sollst, was reinkommt. Aber was heißt das in der Praxis? Was fließt wohin? Wie bildest du Rücklagen? Wie steuerst du die Geldströme so, wie Gott es vorgesehen hat? Er gibt dir Geld nicht ohne Grund, sondern damit du etwas umsetzt: erst einmal deine Familie versorgen, leben, geben – und dann etwas bauen.

Wie das biblisch und praktisch aussieht, findest du auf DIVINE Business: Verwalterschaft in der Bibel.

Lass uns als Christen nicht wie auf rohen Eiern um das Thema Geld herumgehen. Darfst du dich damit beschäftigen? Ja. Musst du sogar. Und das dürfen wir gemeinsam und freimütig tun.

Dieses Thema gibt es auch als Video: auf YouTube ansehen

Häufige Fragen

Ist es unchristlich, mehr Geld zu wollen?

Nein. Wachstum ist in uns Menschen hineingelegt, und die Bibel ruft uns auf, gute Verwalter zu sein. Nicht das Geld ist das Problem, sondern die Geldliebe – also wenn Geld Jesus vom Thron schiebt.

Wie viel Geld darf ein Christ haben?

Es gibt keine Summe X. Gott gibt Menschen unterschiedliche Aufträge: Wer ein Unternehmen, einen Dienst oder eine Schule im Ausland aufbauen soll, braucht mehr als 3,50 Euro – und muss lernen, mit viel Geld und reinem Herzen umzugehen.

Woran merke ich, dass mein Wunsch nach Geld ungesund wird?

Frag nach dem Motiv: Willst du Geld aus Sicherheit, Prestige oder Sehnsucht nach Luxus, also als Ersatz für Jesus? Dann kippt es. Kläre das im Gebet: Herr, schau in mein Herz.

Du kennst Jesus – und möchtest ihm wirklich nachfolgen?

Dann komm zu uns in „DIVINE Connect – Die Gruppe“. Dort begleiten wir dich mit biblischen Impulsen, praktischer Zurüstung und ehrlichen Fragen, die deinen Glauben vom Wissen ins Leben bringen – gemeinsam mit Menschen, die ebenfalls konsequent mit Jesus wachsen wollen.

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