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Nicht alles, was christlich heißt, ist auch biblisch – woran du den Unterschied erkennst

Merle Ranft6 Min. Lesezeit

Auf meinem Taufschein stand „evangelisch“ – und trotzdem bin ich Jesus lange nicht nachgefolgt. Darum weiß ich, wie wichtig der Unterschied zwischen christlich und biblisch ist: Nicht alles, was christlich heißt, ist auch biblisch.

Das ist eine ziemlich steile These, ich weiß. Aber ganz egal, ob du gerade erst zum Glauben gekommen bist oder schon lange in der „christlichen Bubble“ unterwegs bist: Ich möchte dir Mut zusprechen, dort kritisch hinzuschauen. Ist das, was in einer Gemeinde passiert, wirklich biblisch? Oder ist es christliche Kultur und Tradition?

Ich hoffe, dass dir das Erleichterung schenkt. Wir sind am Anfang in ein paar Stolperfallen getappt.

Vom Papierchristen zur lebendigen Nachfolge

Als wir zum Glauben gekommen sind, haben wir erst einmal gesagt: Krass. Ich glaube, wir sind jetzt Christen – und wir wissen gar nicht, was das heißt.

Christlich sozialisiert waren wir nicht wirklich. Ja, ich habe die Konfirmation erlebt. Aber das war hohl. Wie die Einschulung: ein Pflichtprogrammpunkt, den man eben macht. Es hat mich nirgendwo verändert. Das war etwas Religiöses. Wenn ich damals gesagt habe „Ich bin Christ“, war das eher irreführend – ein Papierchrist, aber kein lebendiger Nachfolger.

Als ich dann wirklich zum Glauben kam, habe ich gemerkt: Huch, jetzt wird es ganz anders, wenn Jesus wirklich am Start ist. Und ich habe mich gefragt: Kenne ich überhaupt Christen?

Ich musste hart nachdenken. Dann fiel mir eine Kommilitonin aus meiner Studienzeit in Frankfurt ein. Ich hatte noch ihre Kontaktdaten und habe ihr geschrieben: Du, ich glaube, hier ist etwas passiert. Ich glaube, ich bin jetzt Christ. Kannst du mir helfen?

Sie war sofort da. Wir haben regelmäßig gezoomt, sie war für meine Fragen da, ich habe angefangen, die Bibel zu lesen. Und dann hat Gott immer mehr Christen in unser Leben geschickt.

Damit begann die Lernkurve. Wir haben gemerkt: In den verschiedenen Denominationen passiert ganz Unterschiedliches. In den Gemeinden steckt viel Kultur und Tradition – und nicht alles davon ist unbedingt biblisch.

Prüfe auch, was unter Christen üblich ist

Mir geht es nicht darum, einen Streit zwischen Konfessionen anzufangen. Es geht darum, uns alle daran zu erinnern, wer der Herr ist und wer im Mittelpunkt steht: Jesus. Nicht eine Tradition. Nicht „Das haben wir schon immer so gemacht“.

1. Thessalonicher 5,21: „Prüft aber alles und behaltet das Gute!“

So wie du prüfst, was du aus der Welt mitbringst, darfst du auch prüfen, was dir unter Christen begegnet. Wenn du dein ganzes Leben an Jesus ausrichtest, dann doch konsequent – und biblisch.

Schau dir gern verschiedene Gemeinden an. Aber lass uns auf Jesus schauen und uns in allem, was wir denken und tun, Gottes Wort unterordnen – nicht einer Tradition oder einer Religion.

Ich glaube, das ist auch ein großer Grund, warum viele Menschen mit dem Christentum nichts zu tun haben wollen. Sie lernen eine Religion, eine Tradition oder eine Kultur kennen – aber sie erleben nicht Jesus durch die Menschen. Das können wir ändern. Die Bibel spricht davon, dass wir Salz und Licht sein sollen. Lass uns brennende Nachfolger sein, deren Leben sichtbar macht, mit wem wir unterwegs sind.

Wo „christlich“ draufsteht, ist nicht immer Jesus drin

Es gibt ganz viel, wo „christlich“ draufsteht, aber nichts Biblisches drinsteckt.

Wir haben zum Beispiel christliches Yoga kennengelernt. Das ist hoch problematisch, weil es zwei Weltanschauungen sind, die nicht zusammenpassen. Nur weil man „christlich“ davorschreibt, wird das andere nicht wettgemacht. (Warum Yoga und Glaube sich nicht vertragen, haben wir auf DIVINE Business ausführlicher beschrieben: Yoga als Christ – erlaubt?)

Oder im Business: Wir sind selbst Unternehmer und erleben immer wieder Menschen, die sagen, sie seien christliche Unternehmer. Im Gespräch merkst du dann: Eigentlich ist das ein weltlicher Unternehmer, der voll aus der Persönlichkeitsentwicklung kommt und „Christ“ draufschreibt. So etwas wie Greenwashing.

Das sage ich nicht von oben herab. Wir sind alle Menschen, keiner ist perfekt, wir strecken uns alle danach aus. Es gibt kein „Ich bin besser, du bist schlechter“. Aber lass uns bei uns selbst anfangen und nüchtern fragen: Meinen wir es ernst mit Jesus? Oder malen wir etwas christlich an, was es gar nicht ist?

Die Fragen dafür sind einfach: Entspricht das dem Wesen Gottes? Seinem Herzschlag? Seinem Willen, den er offenbart hat? Oder ist es etwas, das wir Menschen uns gemacht haben?

Unterscheiden kannst du nur, wenn du die Bibel kennst

Um christliche Kultur und Bibel auseinanderzuhalten, musst du die Bibel lesen. Punkt.

Wir haben selbst erlebt, dass die Bibel wie vermint war. Ich habe Geschichte studiert und mich viel mit der Geschichte des Christentums beschäftigt. Immer wieder hatte ich den Impuls, in die Bibel zu schauen: Was ist da eigentlich los? Aber es gab so viele Geschichten, die mich davon abgehalten haben. Da musst du dich wirklich durchringen und sagen: Ich will jetzt Gottes Wort lesen.

Das gilt übrigens unabhängig davon, wie lange du schon glaubst. Wir haben Menschen erlebt, die seit Jahren im Glauben sind und die Bibel noch nicht einmal gelesen haben. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Beobachtung, an der man arbeiten kann. Aber als Nachfolger von Jesus musst du sein Wort kennen. Das ist unverhandelbar.

Es reicht nicht, sich sonntags in der Predigt die Bibel von jemand anderem auslegen zu lassen. Geh selbst ins Wort und lass zu, dass Gott dort zu dir spricht. Und lies sie nicht allein – hol dir Menschen an die Seite.

Schau auf die Frucht

Manche Dinge zeigen sich nicht schnell. Sie sehen erst einmal total gut aus.

Nimm ein christliches Unternehmen. Es wirkt unverfänglich, vielleicht ist es auch nach Zahlen, Daten und Fakten erfolgreich, mit Umsatz und Reichweite. Aber mit der Zeit siehst du, welche Frucht es bringt. Und dann merkst du, welcher Geist dahintersteckt: ein religiöser Geist, der Geist der Welt – oder der Heilige Geist.

Das dürfen wir auch bei uns selbst fragen: Welche Frucht bringe ich? Und wenn wir etwas prüfen wollen, dürfen wir uns Zeit nehmen, es zu bewegen, zu bebeten und die Frucht anzuschauen.

Nüchtern, wohlwollend und in Liebe

Ich will dich in keiner Weise dazu aufrufen, schnell „unbiblisch!“ zu rufen. Das ist nicht der richtige Weg. Es geht darum, nüchtern hinzuschauen, wohlwollend den anderen gegenüber, in Liebe und Jesus verpflichtet.

Als wir zum Glauben kamen, war die Hoffnung groß: Jetzt, unter Christen, ist alles super. Aber Christen sind auch nur Menschen. Es gibt viel Tradition und Kultur, viele Weltbilder, die sich Menschen über die Zeit aufgebaut haben und die nicht wirklich biblisch sind.

Wenn ich das früher gewusst hätte, hätte es mir auf meinem Glaubensweg vieles leichter gemacht. Deshalb gebe ich es dir mit: Fang bei dir selbst an. Geh mit offenen Augen in die Gemeinschaft. Und frag immer wieder: Ist das biblisch – oder steht nur „christlich“ drauf?

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Häufige Fragen

Ist alles, was in einer Gemeinde passiert, biblisch?

Nein. In Gemeinden gibt es viel Kultur und Tradition, die Menschen über die Zeit entwickelt haben. Das ist kein Vorwurf – Christen sind auch nur Menschen. Aber es lohnt sich, zuerst auf Jesus und in Gottes Wort zu schauen und dann zu prüfen.

Wie kann ich unterscheiden, ob etwas biblisch ist oder nur christliche Kultur?

Lies selbst die Bibel – nur so kannst du vergleichen. Frag, ob etwas dem Wesen und dem Willen Gottes entspricht. Und schau dir über eine längere Zeit die Frucht an, die es bringt.

Gibt es christliches Yoga?

Es wird so genannt, aber Yoga und der christliche Glaube sind zwei Weltanschauungen, die nicht zusammenpassen. Nur weil „christlich“ davorsteht, wird das andere nicht wettgemacht.

Du kennst Jesus – und möchtest ihm wirklich nachfolgen?

Dann komm zu uns in „DIVINE Connect – Die Gruppe“. Dort begleiten wir dich mit biblischen Impulsen, praktischer Zurüstung und ehrlichen Fragen, die deinen Glauben vom Wissen ins Leben bringen – gemeinsam mit Menschen, die ebenfalls konsequent mit Jesus wachsen wollen.

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