Aus der Esoterik zu Jesus – was darf ich aus meinem alten Weltbild behalten?
Nichts. Erstmal.
Das ist unsere kurze Antwort auf die Frage, was du als Christ aus der Esoterik behalten darfst. Wenn du aus der Spiritualität kommst, aus New Age oder der Persönlichkeitsentwicklung, und jetzt sagst: Ich bin Christ – dann steht diese Frage ziemlich schnell im Raum. Was mache ich mit meinem alten Weltbild? Kann ich irgendetwas davon mitnehmen?
Ich weiß, dass die Antwort hart klingt. Deshalb möchte ich dich mit in unsere Geschichte nehmen, bevor ich dir drei Schritte mitgebe, wie du das für dich prüfen kannst.
Wie unser Weltbild wie ein Kartenhaus zusammenfiel
Oli und ich waren lange, lange Jahre in der Esoterik, in der Spiritualität und im New-Age-Bereich unterwegs. Wir haben in der Persönlichkeitsentwicklung sehr viel an uns gearbeitet: an Glaubenssätzen, am Mindset, an unserem Inneren. So haben wir uns ein Weltbild geformt, von dem wir damals dachten, dass es uns ein erfolgreiches, erfüllendes Leben schenkt.
Ich habe damals täglich meditiert. „In die Meditation gehen“, so habe ich das genannt, und dort habe ich mit Gott gesprochen. Ich hatte schon die Vorstellung eines Schöpfers, der liebevoll ist, der mich im Blick hat, der mein Vater ist. Aber das war noch weit entfernt vom Gott der Bibel. Jeden Tag habe ich gefragt: Was sollen wir im Business machen? Was sollen wir im Leben tun?
Irgendwann kam ich an einen Punkt, an dem ich mein Weltbild in Frage gestellt habe. Eine seiner Säulen war die Reinkarnation – daran habe ich fest geglaubt. Und wenn du so eine Säule wegziehst, fällt alles wie ein Kartenhaus zusammen. Genau das ist passiert.
Ich habe Gott in der Meditation gefragt: Ist das mit der Reinkarnation eigentlich richtig? Oder hast du dir das anders gedacht? Und ich hatte ganz klar den Eindruck: Reinkarnation gibt es nicht. Das ist falsch. Ich habe eine andere Wahrheit für dich vorbereitet.
Das war ein sehr starker Moment. Mein ganzes Weltbild, mein ganzes Leben baute darauf auf.
Die Entscheidung: festhalten oder leer werden
In diesem Moment hatte ich zwei Möglichkeiten. Ich hätte sagen können: Herr, das ist interessant, bis hierhin war es auch schön – aber das geht mir zu weit. Mein Weltbild ist mir wichtig, ich habe jahrelang daran gebaut. Das behalte ich.
Oder ich sage: Herr, dann lehre mich.
Und zwar doppelt. Mach mich leer von allem, was ich mir zusammengedacht habe – im Denken, im Fühlen und im Wollen. Nimm mir das alles. Und dann bring mir bei, was deine Wege sind, was deine Wahrheit ist, was deine Ordnung ist.
Gemeinsam mit Oli haben wir uns entschieden: Wir geben alles ab und lassen uns von Gott komplett neu formen. Das war der Startschuss. Von da an sind wir immer tiefer in den Glauben und in die Nachfolge gekommen und konnten altes Denken, altes Fühlen und alte Weltbilder Schritt für Schritt prüfen und ablegen.
Die Bibelstelle dazu kannten wir damals noch nicht. Wir hatten sie einfach auf dem Herzen:
Römer 12,2: „Und richtet euch nicht nach den Maßstäben dieser Welt, sondern lasst die Art und Weise, wie ihr denkt, von Gott erneuern und euch dadurch umgestalten, sodass ihr prüfen könnt, ob etwas Gottes Wille ist – ob es gut ist, ob es Gott gefallen würde und ob es zum Ziel führt!“
Deshalb meine Ermutigung an dich: Sei mutig und schneide alle Zöpfe ab. Und dann lass dich überraschen, was Gott dir wiedergibt – gereinigt, geheiligt, ein bisschen verändert. Und was er dir nimmt, weil es seiner Wahrheit und seinen Wegen nicht entspricht.
Erstens: Nicht du entscheidest, was wahr ist
Das klingt total hart, ich weiß. Aber deine Gedanken, deine Gefühle, deine Gewohnheiten und dein altes Weltbild sind kein Argument dafür, dass etwas weiter Bestand hat, wenn du mit Gott unterwegs sein willst. Nicht dein altes Gefühl entscheidet, was richtig ist, sondern Gott.
Das ist harter Tobak. Aber genau dazu dürfen wir uns mutig entschließen. Oli und ich haben von Anfang an sehr oft so gebetet:
„Herr, es ist uns egal, was wir denken. Es ist uns egal, was wir fühlen. Erst recht ist uns egal, was Team Black uns erzählen will. Wir wollen nur dich, deine Wege, deine Wahrheit, deine Ordnung, dein Timing.“
(„Team Black“ ist übrigens unser Sammelbegriff für alles, was die Bibel den Feind nennt.)
Vielleicht denkst du: Aber das Manifestieren hat sich immer so gut angefühlt. Oder: Die Reinkarnation ergibt doch theoretisch so viel Sinn. Lass es trotzdem los – und lass dich von Gott neu füllen.
Zweitens: Prüfe das Weltbild, nicht nur die Praktiken
Wenn du zum Glauben kommst, kommen sofort ganz praktische Fragen auf. Gibt es Manifestationen? Darf ich noch manifestieren? Darf ich visualisieren? Darf ich noch zum Yoga-Kurs gehen?
Diese Fragen kannst du erst wirklich beantworten, wenn du eine Stufe höher gehst: In welchem Weltbild hängt das Ganze fest? Welches Weltbild steht zum Beispiel dahinter, einen Geldmagneten im Portemonnaie zu haben? Wenn du das weißt, kannst du viel besser prüfen, ob es biblisch tragfähig ist – und ob es mit Gottes Ordnung, seiner Art und seiner Wahrheit zusammenpasst.
Ich weiß, am Anfang willst du vor allem die praktischen Fragen beantwortet haben. Du willst ja wissen, wie du im Leben weiter operierst. Aber nimm dir die Zeit, das Ganze auf eine Metaebene zu heben. Das macht dir vieles einfacher.
Wie wir das Weltbild hinter der Esoterik einordnen, haben wir auf DIVINE Business ausführlich beschrieben: Was ist Esoterik – aus christlicher Sicht.
Drittens: Erkenntnis braucht Konsequenz
Was du im Gebet, beim Bibellesen und im Austausch mit anderen Christen erkennst, muss Konsequenzen haben. Wenn du merkst, dass der Geldmagnet nicht mehr zu deinem Leben passt, dann entferne ihn. Sag nicht: Ist ja nicht so schlimm.
Als wir unseren Umschwung-Moment hatten, haben wir jede Menge Zeug rausgeschmissen. Bücher, Steine, was für Gedöns auch immer. Auch unseren Geldmagneten haben wir zerschnitten, verbrannt und weggeworfen.
Das ist wichtig, weil es auch nach außen zeigt: Ich bin jetzt verändert. Ich bin ein neues Geschöpf durch Jesus. Und das zeigt sich in meinem Handeln – darin, wie ich Entscheidungen treffe, was ich priorisiere, wie ich lebe.
Lass dich nicht dazu verleiten, erst einmal bequem zu bleiben. Räum mit Jesus auf.
Was bleiben darf – und warum kein Vakuum entsteht
Wenn du Dinge loslässt, entsteht kein Vakuum. Es entsteht ein freier Raum, den der Heilige Geist füllen kann. Gott will dich beschenken – mit neuen Erkenntnissen, neuen Offenbarungen und einer starken Nachfolge.
Und dann wirst du sehen, was er dir wirklich nimmt, was bleiben darf und was vielleicht verwandelt wird und in einen ganz neuen Zusammenhang kommt. „Nichts. Erstmal.“ heißt nicht „nie wieder irgendetwas“. Es heißt: Erst gehört alles ihm.
Wir sind Ende 30 zum Glauben gekommen. Jesus hat uns wachgeküsst, und wir haben gesagt: Lang genug waren wir in der Welt unterwegs und haben geschlafen. Jetzt nicht mehr. Jetzt wollen wir aufräumen und die Nachfolge voll leben. Wir waren hochmotiviert.
Ich wünsche dir dieselbe Kraft und denselben Mut. Lass los – komplett und konsequent. Prüf alles. Und geh dann genauso konsequent in das Neue, das Gott für dich hat.
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Häufige Fragen
Muss ich als Christ alles aus der Esoterik aufgeben?
Erst einmal ja. Lass alles los und prüfe es dann mit Gott. Manches gibt er dir gereinigt und in einem neuen Zusammenhang zurück, anderes nimmt er dir, weil es seiner Wahrheit nicht entspricht.
Warum reicht es nicht, einzelne Praktiken zu prüfen?
Weil hinter jeder Praxis ein Weltbild steht. Ob du manifestieren, visualisieren oder zum Yoga-Kurs gehen darfst, lässt sich erst beantworten, wenn du fragst, welches Weltbild dahintersteckt und ob es mit der Bibel vereinbar ist.
Entsteht nicht eine Leere, wenn ich alles loslasse?
Nein. Es entsteht kein Vakuum, sondern ein freier Raum, den Gott mit seinem Heiligen Geist füllen will – mit neuen Erkenntnissen und einer starken Nachfolge.
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