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Was ist Jüngerschaft? Was es wirklich heißt, Jesus nachzufolgen

Merle Ranft7 Min. Lesezeit

Jüngerschaft ist kein Spaziergang. Wenn du dich fragst, was Jüngerschaft eigentlich ist, dann ist das die ehrlichste Antwort, die ich dir geben kann: Wäre Jüngerschaft ein Spaziergang, würden sie alle machen, die Jesus kennen. Dann bräuchte man nur an Jesus glauben und gut ist.

So einfach ist es nicht. Und trotzdem ist der Kern ganz schlicht.

Was ist Jüngerschaft? Bei Jesus anfangen, nicht bei der Leistung

Viele denken bei Jüngerschaft zuerst an Anstrengung: Ich muss mich mehr bemühen, mehr Leistung bringen, besser werden. Wenn du merkst, dass sich in deinem Leben etwas ändern sollte, ist das aber nicht der erste Schritt. Der erste Schritt ist: ab zu Jesus rennen, Jesus fragen, mit Jesus verbunden bleiben. Das ist Jüngerschaft. Da setzt sie an, an der Wurzel.

Johannes 15,5: „Ich bin der Weinstock; ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt reichlich Frucht. Denn getrennt von mir könnt ihr gar nichts bewirken.“

Wachstum hängt nicht davon ab, wie lange du schon im Glauben bist, wie toll du bist, wie fleißig du bist, wie viele Ehrenämter du übernommen hast oder wie sehr du über deine eigenen Kräfte gehst. Das hat damit gar nichts zu tun. Das Wachstum kommt durch Jesus, Jesus allein. Deshalb ist der praktischste Tipp, den ich dir geben kann: Bleib bei ihm. Egal, wie anstrengend es wird. Und wenn du merkst, dass du im Alltag wenig Zeit mit ihm verbringst: Verbring mehr.

Glauben ist der Anfang, nicht das Ziel

Nachfolge fängt damit an, dass du sagst: Ich glaube an Jesus und ich liebe Jesus. Da fängt es aber gerade erst an. Der nächste Schritt ist, in die Praxis zu gehen, an sich selbst zu arbeiten, sich hinzulegen und zu sagen: „Nimm mir alles. Forme mich so, wie du das willst.“

Früher, als ich Jesus noch gar nicht kannte, habe ich auch gesagt, ich sei Christ. Warum? Weil in meiner Geburtsurkunde stand, dass ich evangelisch bin. Das war es, nicht mehr, nicht weniger. Jüngerschaft ist etwas anderes. Für mich heißt Jesus nachzufolgen: Wir haben ihn angenommen, wir lieben ihn, wir wollen ihm folgen und ihm unser Leben geben. Ein tägliches, lebendiges Opfer für ihn sein, im besten Sinne.

Dabei steht Jesus im Zentrum, nicht eine christliche Kultur. Es gibt kein Dazwischen, es gibt entweder Jesus oder nicht. Nichts im Leben sollte uns heiliger sein als Jesus, wenn wir ihn angenommen haben.

Römer 12,1: „Weil Gott uns solches Erbarmen geschenkt hat, Geschwister, ermahne ich euch nun auch, dass ihr euch mit Leib und Leben Gott als lebendiges und heiliges Opfer zur Verfügung stellt. An solchen Opfern hat er Freude, und das ist der wahre Gottesdienst.“

Was es heißt, Jesus nachzufolgen: ganz praktisch

Es reicht nicht zu sagen: „Ja, ich glaube an Jesus und ich bin Christ.“ Wir müssen es auch praktisch tun. Wenn wir aufwachen, fängt das schon an: Wie gestalten wir unser Leben? Wie denken wir? Wie fühlen wir? Wie sprechen wir? Wie handeln wir? Was ist Gottes Ordnung für Ehe und Familie, für Beruf und Berufung, für alle möglichen Lebensbereiche?

Wer Jesus wirklich nachfolgen will, wird zum Praktiker. Dann reicht es nicht mehr, in der Theorie zu wissen, was ein guter Christ ist. Dann willst du wissen: Wie mache ich das jetzt? In der Ehe, mit den Finanzen, in meiner Berufung.

So war es bei mir. Als ich vor fünf Jahren zum Glauben kam, wollte ich hundert Prozent Jesus, seine Wege, sein Timing, seine Ordnung. Und dann stand ich mit diesem Feuer da und wusste nicht, wie. Ich bin Unternehmerin, also hat mich sofort interessiert: Wie gehe ich mit Geld, Berufung und Business um? Ich bin verheiratet, also: Wie mache ich das in der Ehe? So bin ich Schritt für Schritt alle Lebensbereiche durchgegangen. Ich habe so schnell wie möglich die Bibel gelesen, um einen Überblick zu bekommen, ich bin leidenschaftlich ins Gebet gegangen und habe meine Lebensbereiche aktiv vor Jesus gebracht und ihn gebeten, dass wir sie jetzt gemeinsam aufräumen.

Und je praktischer wir werden, desto klarer werden wir. Das ist nicht immer schön. Wenn du zum Beispiel deine Finanzen Jesus hinlegst, merkst du, welche Baustellen es da gibt und wie dein Herz da wirklich unterwegs ist. Das anzuschauen und vom Heiligen Geist reinigen und heilen zu lassen, ist unangenehm. Aber anders geht es nicht.

Nachfolge kostet etwas, und deswegen macht es nicht jeder

Wenn du ohne Jesus unterwegs bist, setzt du dir deine Ziele selbst. Für Ziele, die du attraktiv findest, bist du bereit, durch harte Phasen zu gehen. Mit Jesus verändert sich das: Die Ziele setzt nicht mehr du, sondern Gott. „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“ Das ist noch einmal ein härteres Level. Du musst nicht nur Widerstände auf dem Weg überwinden, sondern deinen Willen, deine Wünsche und deine Vorstellungen vom Leben Gott unterordnen. Das gelingt nur, wenn du ihn wirklich liebst.

Matthäus 16,24: „Dann sagte Jesus zu seinen Jüngern: ‚Wenn jemand mein Jünger sein will, dann muss er sich selbst verleugnen, er muss sein Kreuz aufnehmen und mir folgen.‘“

Nachfolge wird dich etwas kosten, ganz klar. Und deswegen macht das auch nicht jeder. Gleichzeitig verspricht Jesus, dass sein Joch leicht ist und dass er zum Dienen bereit ist.

Matthäus 11,29–30: „Unterstellt euch mir und lernt von mir! Denn ich bin freundlich und von Herzen zum Dienen bereit. Dann kommt Ruhe in euer Leben. Denn mein Joch trägt sich gut und meine Last ist leicht.“

Wenn du dich ihm unterordnest, im besten Sinne, hast du Anteil an seinem übernatürlichen Frieden. Du spürst: Mein Leben verändert sich. Es kommt immer mehr Ordnung hinein, immer mehr Klarheit, immer mehr Stabilität, weil Gott anfängt, dich zu führen. Wie sich das anfühlt, wenn der Weg trotzdem schwer wird, habe ich im Artikel „Ist es Gottes Wille, wenn es schwer ist?“ ausführlicher beschrieben.

Was ein Jünger lernt und warum das nie aufhört

Jüngerschaft heißt lernen. Du darfst Geistesunterscheidung lernen, du darfst prüfen lernen, du darfst die Bibel lesen, du darfst lernen, standhaft zu sein. Du darfst geistliche Kampfführung lernen, wachsam sein im Gebet, Fürbitte lernen. Diese ganze Palette. Und da hören wir nie auf, weil immer Luft nach oben ist: Wir dürfen Jesus ähnlich werden.

Das Leben ist dabei nicht immer happy-clappy. Aber wir dürfen auch durch schwere Zeiten gehen, in seinem Frieden verwurzelt. Auch das macht Jüngerschaft aus: in der Achterbahn des Lebens in Ruhe zu sein, sich nicht einschränken zu lassen, sich aber auch nicht provozieren zu lassen, hochmütig oder bewertend zu werden. Sondern nüchtern.

1. Petrus 5,8: „Seid nüchtern und wachsam! Euer Todfeind, der Teufel, streift wie ein brüllender Löwe umher und sucht jemanden, den er verschlingen kann.“

Jüngerschaft lebst du nicht allein

Allein wird man müde, allein wird man frustriert. Wir sind auf Gemeinschaft ausgelegt, als Leib Christi, damit wir uns gegenseitig stärken, ermutigen, Zeugnisse geben und Erfahrungen teilen. Deshalb: Such dir Menschen, mit denen du gehen kannst. Bleib kein Einzelkämpfer, zieh dich nicht zurück.

Sprüche 27,17: „Ein Messer wetzt das andere, / durch Umgang mit anderen bekommt man den Schliff.“

Eisen schärft Eisen: Wir wachsen nur, wenn wir uns herausfordern lassen. Dafür brauchst du Menschen, die mit draufschauen und in dein Leben sprechen dürfen, weil sie sich dafür qualifiziert haben. Bitte lass nicht jeden einfach in deinem Leben reden. Im normalen Leben machst du das ja auch nicht. Warum sollte es in deinem Glaubensleben anders sein? Und gleichzeitig müssen wir immer demütig und formbar bleiben und dürfen nicht ins andere Extrem verfallen, über andere zu urteilen oder sie zu verurteilen.

DIVINE Connect ist unsere Jesus-zentrierte Gemeinschaft für geistliches Wachstum und Nachfolge. Dort sind wir mit Menschen unterwegs, die Jesus nachfolgen wollen, sich gegenseitig zurüsten und im besten Sinne herausfordern. Und wenn du dir ein Jahr verbindliche Begleitung wünschst, ist das Mentoring „Jüngerschaft konkret“ der nächste Schritt.

Dieses Thema gibt es auch als Video: auf YouTube ansehen

Häufige Fragen

Reicht es nicht, an Jesus zu glauben?

Der Glaube ist der Anfang, nicht das Ziel. Wenn du sagst „Ich glaube an Jesus und ich liebe ihn“, fängt Nachfolge gerade erst an. Jüngerschaft heißt, dass dieser Glaube in deinem Alltag praktisch wird: wie du denkst, sprichst, handelst und mit Ehe, Geld und Beruf umgehst.

Muss ich mich für Jüngerschaft mehr anstrengen?

Nein, nicht zuerst. Wachstum kommt durch Jesus, nicht durch Leistung, Ehrenämter oder die Zahl deiner Jahre im Glauben. Der erste Schritt ist, zu Jesus zu gehen, ihn zu fragen und mit ihm verbunden zu bleiben.

Kann ich Jüngerschaft allein leben?

Gott hat uns auf Gemeinschaft ausgelegt. Du brauchst Menschen, die mit dir gehen und in dein Leben sprechen dürfen, weil sie sich dafür qualifiziert haben. Nicht jeder, aber auch nicht niemand.

Du kennst Jesus – und möchtest ihm wirklich nachfolgen?

Dann komm zu uns in „DIVINE Connect – Die Gruppe“. Dort begleiten wir dich mit biblischen Impulsen, praktischer Zurüstung und ehrlichen Fragen, die deinen Glauben vom Wissen ins Leben bringen – gemeinsam mit Menschen, die ebenfalls konsequent mit Jesus wachsen wollen.

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